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Kampffisch



Javanische Kampffisch - Betta picta

Meine erste Begegnung mit Betta picta war auf einer IGL Tagung in Ganderkesee. Dort suchten wir für Renate noch ein paar Fische, die für ihr Aquarium von ca. 25 Litern Wasser geeignet waren, natürlich sollten es Labyrinther sein, was denn sonst??????

Wir schauten uns bei der Börse nach kleiner bleibenden Kampffischen um. Natürlich dachten wir zuerst an imbellis, aber es ist auch schon auf einer Fachbörse sehr schwer Betta imbellis zu bekommen.

Nach langem Abwägen der vorhandenen Arten, gab ich Renate den Tip, die Betta picta mitzunehmen. Sie nahm zwei Paare mit nach Stade.

Als wir zu Hause angekommen waren, wurden die Tiere behutsam ins Aquarium gebracht. Schnell waren sie in den Pflanzen und in der Kokusschale verschwunden. Wir machten das Licht aus und ließen sie erst einmal zur Ruhe kommen.
Am nächsten Tag mußte Renate erst einmal nachgucken - waren sie noch da? Sie waren und auch das erste Flockenfutter wurde eiligst gefressen. Na, also dachten wir und ließen sie, sich erst einmal richtig ans Aquarium gewöhnen.

Gefüttert wurde nun recht abwechslungsreich mit Artemia, Tümpelfutter und Trockenfutter aller Art, sie nahmen alles, was ins Becken kam, gierig auf und wuchsen schnell heran. Es waren jetzt kräftige wunderschöne Tiere. Als ich eines Tages von der Arbeit kam wartete Renate schon und zeigte mir sofort ihre Betta picta. Das eine Männchen stand etwas abseits in einer Ecke und wollte wohl auch nicht gestört werden, es hatte das Maul voll Eier. Leider hatte Renate nicht beobachten können wie sie ablaichten. Vielleicht lief gerade ein guter Film im Fernsehen. Wir wußten aber, was einmal klappte, müsse sich doch wiederholen lassen oder???

In den nächsten Tagen hatten wir leider nicht das Glück, das Ablaichen zu beobachten, obwohl das andere Männchen auch das Maul voll hatte und sich in der anderen Ecke aufhielt. Die Weibchen schwammen in der Nähe der Reviergrenzen. Es kam immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Weibchen. Es hatte so den Eindruck, als wollten sie auf ihren Schatz aufpassen, nach den Motto - der gehört mir. Wir kennen dies Verhalten auch bei einigen Menschen.

Endlich hatten wir Glück und wir konnten das Spiel von vorne beobachten. Das Männchen versuchte immer das Weibchen in die rechte Ecke des Aquariums zu locken. Es schwamm auf sie zu, spreizte seine Flossen. Es wollte wohl deutlich machen, er ist der richtige für sie. Schließlich folgte sie und sie schwammen im Kreis um sich herum, bevor sie sich umschlangen. Nach einigen Versuchen wurden nun auch Eier ausgestoßen. Es handelte sich bei den Eiern um Sinkeier, die zu Boden fallen und vom Männchen aufgenommen werden. Dies geschah so lange, bis alle Eier abgegeben wurden. Wir konnten auch feststellen, daß das Weibchen schon einmal beim Eiersammeln hilft und diese dann dem Männchen zuspuckte und er sie aufnahm. Jungfische konnten wir nur einmal drei Stück von ca. 1 cm entdecken, später sahen wir nur noch einen, dies ist natürlich auf die Aquariengröße zurückzu- führen, es ist einfach zu klein, um auch noch Jungfische aufziehen zu können. Dazu benötigt man ein extra Aufzuchtbecken, in das man den Vater rechtzeitig überführen muß. Nur so hat man die Möglichkeit, mehrere Tiere groß zu ziehen.
Die Wasserwerte wurden nicht verändert und betrugen: ph ca. 7,5°, die Wassertemperatur ca 24°.

Der Steckbrief:
Betta picta ( Erstbescheibung 1846) der Javanische Kampffisch

Name:
Erklärung des wissenschaftlichen Namens: picta (lat.) = gemalt, bunt gefleckt. Der Gattungsname entstand als Anlehnung an " Wader bettah", die javanische Bezeichnung für Betta picta.

Vorkommen:
Die Art lebt auf den Inseln Indonesiens: Sumatra, Bangka Biliton und Java.
Andere Vorkommen sind nicht sicher. Als Lebensraum werden Tümpel und Sümpfe angegeben, aber auch sollen sie in Höhen bis zu 1600 m vorkommen und daher auch Temperaturen von 16° ohne weiters ertragen können.

Beschreibung:
Die Totallänge beträgt ca. 6 cm. Männliche Tiere sind kräftiger gefärbt und haben einen größeren Kopf, die Rückenflosse ist spitzer ausgezogen als die des Weibchens. Die Grundfärbung ist schlichtbraun. Typisch sind die drei scharf abgesetzten, parallel verlaufende dunkle Längsstreifen. Sie verlaufen alle bis zum Ende des Körpers. Die Flossen der Männchen sind oft mit dunklen Flecken und Tüpfelreihen gezeichnet. Die Zeichnung kann bei den Weibchen fehlen und sie haben kürzere Flossen.
Haltung:

Es reichen durchaus kleinere Aquarien aus. Die Wassertemperatur sollte nicht zu hoch sein 22- 24° sind durchaus aus reichend. Das Aquarien sollte allerdings gut bepflanzt sein, dies fördert das Wohl- befinden der Tiere. Ans Futter werden keine Ansprüche gestellt.
Zucht:

Wie bereits oben beschrieben. Infos wie gehabt, bei mir oder natürlich bei Renate.
Wolfgang Heller